Konzeptentwicklung einer Softwarelösung zur Verwaltung von Lieferantenerklärungen

28. November 2021

Abstract

Im Rahmen des internationalen Handels fallen regelmäßig Einfuhrabgaben an. Einfuhrabgaben bestehen z.B. aus Zöllen und Einfuhrumsatz-Steuer. Dadurch werden Güter aus Drittländern für die Abnehmer im Inland teurer. Um solche Handelshemmnisse abzubauen, schließen Staaten untereinander Freihandelsabkommen. Die Europäische Union unterhält derzeit 39 Freihandelsabkommen, die es dem Abnehmer im Einfuhrland ermöglichen, Waren zu einem geringeren Zollsatz oder mit vollständiger Zollbefreiung einzuführen. Der daraus resultierende wirtschaftliche Vorteil erleichtert somit für die begünstigten Lieferunternehmen den leichteren Eintritt in Drittlandsmärkte. Eine Voraussetzung für die Anwendung einer solchen Vorteilseinfuhr besteht darin, dass die einzuführende Ware mit einem Präferenznachweis aus dem Ursprungsland versehen sein muss. Um den präferenziellen Ursprung kalkulieren und nachweisen zu können, müssen die Lieferanten den Ursprung der Handelswaren und der Produktionsvormaterialien kennen. Der Präferenznachweis kann durch gültige Lieferantenerklärungen erfolgen. Da Lieferantenerklärungen zeitlich befristet sind, muss die Gültigkeit der Dokumente stets durch den Empfänger überprüft und überwacht werden. Insbesondere bei Handels- Unternehmen und bei Herstellern von Produkten mit vielen verschiedenen Komponenten muss eine hohe Anzahl von Lieferantenerklärungen verwaltet werden. Der Verwaltungsprozess besteht aus dem Anfordern, dem Prüfen, der Fristüberwachung, der Einpflege und der Archivierung. Um den komplexen Prozess der Verwaltung zu vereinfachen, ist es vorteilhaft eine IT-gestützte Lösung einzusetzen.

Das Ziel von Herrn Thorben Friese ist die Konzeptentwicklung einer IT-gestützten Lieferantenerklärungsverwaltung. Dazu soll folgende Fragestellung beantwortet werden:

Welche Anforderungen und gesetzlichen Vorschriften müssen erfüllt werden, um, für ein in Deutschland ansässiges Unternehmen, eine anwendbare Softwarelösung zur Lieferantenerklärungs-Verwaltung zu konzipieren?

Der theoretische Teil dieser Bachelorarbeit wird zwei Bereiche umfassen. Im ersten Teil werden die wirtschaftswissenschaftlichen und zollrechtlichen Grundlagen vorgestellt. Im zweiten Teil werden die informationstechnischen Grundlagen ausgearbeitet. Im Hauptteil dieser Bachelorarbeit werden die Rahmenbedingungen behandelt und daraus die Anforderungen zur Realisierung der Softwarelösung abgeleitet. Aus den abgeleiteten Anforderungen werden dann Anwendungsfälle (Use-Cases) erstellt, die eine mögliche Lösung darstellen. Dazu wird ebenfalls ergänzend ein Projekt mit einem Softwarehersteller und einem Beta-Kunden konzipiert.

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