Entwicklung eines Destination Choice Modells zur Abbildung der Verkehrsverflechtung in Deutschland

28. November 2021

Abstract

In dieser Arbeit wird ein Modell zur Bestimmung der Verkehrszielwahl von Personen in Deutschland entwickelt und in ein übergeordnetes Verkehrsnachfragemodell implementiert, welches den aktivitätsbasierten Ansatz verfolgt. Es werden dazu zwei Methoden zur Modellierung der Zielwahl untersucht. Gravitationsmodelle sind als konventioneller Ansatz weit verbreitet und basieren auf räumlichen Interaktionsphänomenen. Ein Gravitationsmodell wird als erste Annäherung zur Ermittlung der Verkehrsverteilung hergeleitet. Auf der Discrete Choice Theorie basierende Destination Choice Modelle stellen die zweite Methodik zur Modellierung der Auswahl von Verkehrszielen dar. Sie dienen der Prognose des Wahlverhaltens zwischen Alternativen und basieren auf dem Prinzip der Nutzenmaximierung von Entscheidungsträgern. Für die Berechnung der Auswahlwahrscheinlichkeiten von Verkehrszielen wird ein multinomiales Logitmodell entwickelt und die Modellergebnisse mit denen des Gravitationsmodells verglichen. Die Haushaltsumfrage „Mobilität in Deutschland 2017“ wird aufbereitet und dient als Datengrundlage für die Parameterkalibrierung beider Modelle. Ein regionales Gemeindeverzeichnis liefert Informationen über alle deutschen Gemeindeverbände und wird in Kombination mit der Mobilitätsstudie verwendet, um eine Zonenstruktur für das Untersuchungsgebiet Deutschland herzuleiten. Das kalibrierte Destination Choice Modell wird schließlich in das Verkehrsnachfragemodell implementiert und in verschiedenen Szenarioanalysen angewendet.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein Discrete Choice Modell dem Gravitationsmodell zur landesweiten Modellierung der Verkehrszielwahl vorzuziehen ist. Es reproduziert die Wegeverteilung der observierten Daten besser und bildet intrazonales Verhalten genauer ab. Zudem weist es Vorteile hinsichtlich der Flexibilität und der Eignung an den aktivitätsbasierten Ansatz auf. Weiterhin wird deutlich, dass eine adäquate Datengrundlage essenziell für die Entwicklung eines Destination Choice Modells ist und passend gewählt werden sollte.

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